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Dienstag, 11. Dezember 2012

When the sky falls...

Letztens war ich mit meinen Eltern in Skyfall.
Fazit: Daniel Craig stört mich nicht so sehr wie ich gedacht hätte.

Komplettes Fazit mit SPOILERN:

Ich habe nur drei James Bond Filme komplett gesehen (James Bond Jagt Dr. No, Stirb An Einem Anderen Tag und Goldeneye; von Octopussy habe ich das Ende, von Goldfinger den Mittelteil gesehen), also kann ich Skyfall nicht wirklich mit den anderen vergleichen. Im Endeffekt gefällt mir dieser Film aber sehr.  Gehen wir mal chronologisch vor: die Einleitungsszenen in der Türkei ist schon mal spannend und stimmt einen auf das weitere Geschehen ein. Und Bond stirbt. Natürlich nicht wirklich. Bonds Hobby ist ja schließlich Auferstehung (sagt er zumindest im Film).
Dann kommt der wundervolle Song mit der dazugehörigen Sequenz, die herrlich metaphorisch und ein wenig durchgeknallt (in einem positiven Sinn), ausfällt. Das Lied ist übrigens unglaublich (hier ein Cover von Noah - supi!).

James Bond taucht natürlich wieder auf (wenn auch vielleicht an der Tiefe seiner Einsatzfähigkeit), aber erst nachdem das MI6 Hauptquartier angegriffen wurde. Die Handlung, die folgt, ist gut durchdacht und interessant (und ich meine 'interessant' ernsthaft positiv!).
Javier Bardem ist als Bösewicht erwarteterweise super. Sein Charakter hat auch diese fantastische Ambivalenz, die gute Gegner ausmacht. Als ehemaliger MI6 Agent, der vor langer Zeit von M in China geopfert wurde, sinnt er auf Rache. Er ist wunderbar psychotisch und unberechenbar und doch ein klein wenig verletzlich in der Art wie er handelt und seinen Motiven. Ich fande es doch ziemlich traurig, dass er gestorben ist (obwohl das natürlich von Anfang an klar war), weil er ein fantastischer Ober-Bösewicht gewesen wäre. Einzig dieses Stehlen der Daten über die eingeschleusten Agenten in Terrororganisationen und deren Veröffentlichung auf You Tube (ja, tatsächlich You Tube), hatte keine weitere Folge, als dass zwei oder drei dieser Agenten gestorben sind und M weiter angezweifelt wurde. Ich hätte wohl einen elaborierteren (ist das ein Wort?) Plan erwartet und vielleicht etwas mehr Zerstörung und Chaos, obwohl das ja schließlich am Ende bei der Explosion des schönen Hauses in Schottland nachgeholt wird.
Dass Silva (Javier) sich freiwillig gefangen nehmen lässt, war auch klar. Der Mann hat ein geheimes Verbrecher-Imperium aufgebaut, alle Leute von einer Insel verjagt, aber es beschützen ihn nur eine handvoll bewaffnete Menschen, wirklich? Die Gefangennahme war viel zu einfach. Das Ausbrechen ist dafür genial. Dieses sich Zugriff verschaffen, während (und weil) die andere Partei gerade dabei ist einen selbst zu hacken, fande ich schon in Primeval super.

Weiter im Text (sonst werd' ich nie fertig): Da M stirbt, wird sie dann durch Ralph Fiennes ersetzt. Also passiert ganz am Ende doch das, worauf Silva es abgezielt hat: er selbt und M sterben. Ein ziemlich passendes Ende, besonders wenn man es vor dem Hintergrund von Bonds zerstörtem Familiengrundstück betrachtet. Dieser Film ist irgendwie wie ein Reboot mit neuem M, einem neuen Q und sogar einer neuen Moneypenny. Eve (Naomie) ist die neue Moneypenny, was ich eigentlich schade finde, da ihr Charakter im Einsatz viel Potential gezeigt hat. Immerhin bleibt sie uns erhalten und wir werden sehen wo die Filmemacher ihre Rolle hinführen.
Q ist sogar noch besser, als ich gedacht hätte. Er ist herrlich genial und subtil herablassend wie es nur Genies sein können. Sein ganzes Aussehen verstärkt diesen Eindruck von den Haaren über die Brille bis zu seinen Klamotten. Außerdem ist seine Stimme so ruhig und emotionslos. Yei. (Hab ich schon mal gesagt, dass ich eine Schwäche für die meisten Hacker, Geeks und Genies in Filmen habe? Nein? Okay.)
Ein einziges Manko ist Berenice' Charakter. Ich hatte so das leise Gefühl, dass sie nur dazu da war, damit Bond mit einer Frau schläft. Was erst als geheimnisvoll erschien, entpuppte sich als außergewöhnlich eindimensionale Geschichte (armes Mädchen in den Händen von Menschenhändlern, wird 'gerettet' von einem Typi, der sich als viel größeres Übel entpuppt). Man hat beinahe kein Mitleid mit ihr, als sie erschossen wird.

Zu einem Abschlussstatement: Daniel Craig ist nicht einmal halb so schlimm, wie ich es erwartet habe. Ja, er sieht immer noch mehr aus wie ein gefährlicher Mafiaboss aus als wie ein britischer Gentleman, aber die Dialoge sind dafür klasse und täuschen perfekt darüber hinweg. Davon einmal abgesehen soll Craigs Bond ja auch menschlicher und düsterer wirken. Da sag ich doch mal: Mission accomplished.

Spaßfaktor: ****
Spannungsfaktor: ****1/2
Charaktere: ****
Geschichte: *****
insgesamt: ***** ***

P.S. Zu viel Text.

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Wie ich darauf kam einen Blog zu starten

Ich habe ein tolles Buch, das da heißt "101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist" Ding Nummer 36 fällt unter die Kategorie Hobbys und heißt "Starte einen Blog". Und genau das tue ich jetzt gerade.
Viele Grüße
Satori