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Mittwoch, 27. Mai 2015

Bad people that are so bad it's good

Irgendwie ist das gerade mein Thema und ich habe Spaß daran, darüber zu referieren.

Es gibt so viele Serien, die als Protagonisten Leute haben, die nicht gut, ja nicht einmal wirklich sympathisch sind. Vikings zum Beispiel und Game of Thrones, die sich mit der Begründung der Authentizität geradezu in menschlichen Abgründen suhlen (gewisserweise trifft das auch auf Black Sails zu). Dann sind da die Serien mit Killern als Hauptcharakteren wie Hannibal, Dexter, Bates Motel, Blacklist und mehr (Breaking Bad zählt da irgendwie auch zu). Serien wie Borgia (und andere vergleichbare HBO und Showtime Serien), geben uns grausame Leute als Identifikationsfiguren.

Versteht mich nicht falsch, ich finde viele dieser Serien super und selbst die, die ich nicht gesehen habe, haben einen guten Ruf und versprechen hohe Qualität. Es ist jedoch meiner Ansicht nach etwas bedenklich, dass der heutige gefeierte Protagonist zumeist eine Sorte Mensch ist, die wenn nicht ganz schlecht, dann doch auf gar keinen Fall gut ist. Die Sache ist die, eigentlich ist das alles kein Problem, solange man die Reflektionsebene miteinbezieht. Zum Beispiel: Hannibal ist ein brillanter Charakter, er ist interessant konzipiert und fesselnd gespielt. Als Figur in einen fiktionalen Universum finde ich ihn super und mag ihn sehr gerne. Als "Person" jedoch, finde ich ihn gruselig und schrecklich, da er nicht nur ein mordender Kannibale ist, sondern auch sadistisch und manipulativ.
Wichtig ist hierbei immer die Distanz zwischen Fiktion und Realität aufrecht zu erhalten und zu sehen, dass deren Handlungsweisen als unmoralisch zu betrachten sind. Außerdem ist es auch besonders für die Showrunner wichtig, dass sie nicht versuchen, die grausamen Taten ihrer Figuren zu rechtfertigen (da das dazu führen kann, dass diese Rechtfertigungen auch im realen Leben angewendet werden von Leuten, für die die Distanz von Fiktion und Realität geringer ist). Etwas, was auch besonders im Fandom passiert. Manchmal denkt man, da man den Chrakter mag, muss man all seine Handlungen billigen und vor anderen rechtfertigen, aber das ist keinenfalls der Fall. Man kann wie schon durch ein Beispiel veranschaulicht (und in meinem Loki Post verdeutlicht) Charaktere lieben, aber trotzdem anerkennen, dass sie "schlecht" sind und in der realen Welt keineswegs unsere Bewunderung verdienen.

Unsere kapitalistische Gesellschaft generiert schon genug Gewalt, lassen wir nicht zu, dass die Gewalt aus der fiktionalen Welt auch noch dazu kommt.

Satori is very passionate about this topic

P.S. Ich stelle besser noch mal klar, dass dies hier kein Appell gegen solche Charaktere oder Gewalt im Fernsehen/Film ist! Wie schon so oft erwähnt, sind die meisten meiner Lieblingsfilme relativ gewalttätig (was passiert, wenn das Lieblingsgenere Action ist) und auch ich finde Serien wie Hannibal faszinierend (verstörend, aber faszinierend). Worum es geht ist die Verherrlichung der Verhaltensweisen dieser Charaktere. Das ist das, was meiner Meinung nach etwas problematisch ist.

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Wie ich darauf kam einen Blog zu starten

Ich habe ein tolles Buch, das da heißt "101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist" Ding Nummer 36 fällt unter die Kategorie Hobbys und heißt "Starte einen Blog". Und genau das tue ich jetzt gerade.
Viele Grüße
Satori