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Sonntag, 23. Februar 2014

Elementary, my dear Watson!

aka. 8 Reasons why Elementary is a wonderful show

Ich habe das Gefühl, dass Elementary viel weniger wertgeschätzt wird, als es verdient. Ja, es hat nicht die erzählerische Brillianz von Sherlock, aber es ist auch grundsätzlich anders aufgebaut (24 Folgen a  40 min. je Staffel vs. 3 Folgen a 90 min. je Staffel). Von den Geschichten erinnerte es besonders am Anfang eher an The Mentalist, was aber auch nicht schlecht ist, schließlich ist The Mentalist eine wundervolle Serie.

1. Watson. Nicht nur, dass Watson weiblich ist, sie ist auch noch eine POC (Person of Color, ich gebe zu, diesen Begriff habe ich aus tumblr, aber er ist auch sehr hilfreich). Damit hätten wir schon einmal zwei 'Minderheiten' abgedeckt, die erfreulicherweise in dieser Serie keine Minderheiten sind. Ganz besonders loben möchte ich auch noch, wie sie als weiblicher Charakter dargestellt wird. Sie ist selbstbestimmt und unabhängig in ihren Entscheidungen. Sie sagt ihre Meinung und lässt sich nichts gefallen.  In einer meiner Lieblingsszenen (in der drittletzten Episode der ersten Staffel, glaube ich) stellt Joan ganz deutlich klar, dass weder Sherlock noch Cpt. Gregson entscheiden können, wann etwas zu gefährlich für sie wird. Das kann nur sie selbst entscheiden, denn sie bestimmt über ihr Leben.
2. POC Charaktere existieren. Leider ist unsere TV/Film-Welt viel zu sehr bevölkert mit Leuten mit weißer Hautfarbe. Nichts gegen diese SchauspielerInnen. Sie machen einen super Job, aber manchmal wäre es wirklich sinnvoller POCs zu casten und die Vielfalt der Realität korrekt darzustellen. Watson, Detective Bell und Alfredo sind POCs und wechselnde Hintergrundmenschen auch. Das ist doch schon einmal was.
3. Ms. Hudson ist eine Trans-Frau und es wird fantastisch damit umgegangen. In der Folge, in der sie zum ersten Mal vorkommt, stellt Joan nebenbei ganz wertfrei fest, dass Ms. Hudson eine Trans-Frau ist. Das ändert nichts daran, dass Joan sie vor ihrem Ex-Freund beschützen will und dass sie eine Muse für ihre Freunde ist. Sie wird konsequent als Frau bezeichnet (was das einzig Richtige ist!) und es wird sich in keinster Weise irgendwie über sie lustig gemacht. Well done, Elementary!
4. Moriarty und Irene sind ein und dieselbe Person. Damit ist Moriarty, ein brillianter, psychopathischer Antagonist, auch weiblich. Genau das wollte ich immer schon einmal haben. Ich zitiere hier mal meine Notizen: You know what I want? I want to have a female serial killer on Criminal Minds who is a complete psycho, who doesn't have a sob-worthy background story or any other reason for killing people other than that she wants to. I need it. For the sake of equality! Nun, es ist zwar nicht in Criminal Minds, aber Elementary zählt auch. Ich weiß auch nicht, ob Moriarty vielleicht noch eine Hintergrundgeschichte bekommt, aber bis jetzt ist sie herrlich devious. Wunderbar gespielt von der wunderbaren Natalie Dormer (Margaery Tyrell in GoT).
5. Sherlock und Joans Beziehung zueinander. Das hängt auch damit zusammen, dass Watson ein toller Charakter ist, aber Sherlock und Joans Beziehung finde ich fantastisch. Denn nach anfänglichen Schwierigkeiten basiert sie auf gegenseitigem Respekt. Joan weiß, dass Sherlock brilliant ist und sie vertraut auf seine Methoden und Sherlock hört auf Joan, wenn sie sagt: "Genug, ist genug!" oder "So geht das nicht!". Die Beziehung der beiden ist ausgeglichen und so sollte das auch sein.
6. Der Umgang mit Sherlocks Drogensucht. Sherlocks Suchtproblem wird ernst genommen und ernsthaft behandelt. Joan ist zu Anfang seine Suchtbetreuerin, sie gehen zu Selbsthilfegruppentreffen und Sherlock bekommt mit Alfredo einen Paten, der ihn unterstützt. Die Sucht ist ein schwerwiegendes Problem mit schwerwiegenden Gründen und Konsequenzen. Es wird nicht einfach nur einmal nebenbei erwähnt, sondern richtig bewältigt. Sherlock kämpft darum, clean zu bleiben und das ist ihm auch sehr wichtig.
7. Sherlock ist ein guter Mensch. Ja, Sherlock ist immer noch barsch und oft unsensibel, aber was ich an dieser Serie so mag, ist, dass man zwischendurch sieht, dass Sherlock eigentlich ein guter Mensch ist, den es sehr wohl interessiert, wie die Leute um ihn herum sich fühlen. Er sorgt sich um Joan, lässt Ms. Hudson ungefragt bei sich wohnen, unterstützt ohne zu Überlegen seinen früheren Drogendealer, als dessen Tochter entführt wird und hilft Detective Bell, seine Unschuld zu beweisen. Auch lässt er den Obdachlosen weiter die Handys verkaufen und weitere Beispiele, die mir gerade nicht einfallen.
8. Unkonventionell aber nicht abstrus. Elementary hat an Arthur Conan Doyles Geschichte einige Änderungen vorgenommen, aber dennoch wirkt die Serie nicht absurd oder blasphemisch (ein Wort, das sowieso albern ist in so einem Zusammenhang). Die Änderungen fügen sich harmonisch in das Setting (New York, 2010er) ein und ergeben ein zusammenhängendes, innovatives Bild.

Das musste mal gesagt werden.
Glücklicherweise zeigen sie jetzt direkt im Anschluss an die erste Staffel auch schon Elementary Staffel 2. Das ist doch schön, da sie sich mit Sherlock in Deutschland noch bis Juni Zeit lassen. JUNI!!!

Satori thanks you for reading all of this

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Wie ich darauf kam einen Blog zu starten

Ich habe ein tolles Buch, das da heißt "101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist" Ding Nummer 36 fällt unter die Kategorie Hobbys und heißt "Starte einen Blog". Und genau das tue ich jetzt gerade.
Viele Grüße
Satori