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Sonntag, 9. Oktober 2016

Hell hath no fury

Es gibt sie nicht häufig: weibliche Bösewichte. Nun, weibliche Helden gibt es auch weniger, als ich es gerne hätte, aber weibliche Haupt-Antagonisten sind noch seltener. Das liegt vielleicht daran, dass Frauen im allgemeinen den Ruf haben, freundlicher und netter zu sein. Fakt ist, dass Film-Frauen selten böse sind und wenn doch dann als Sexy Sidekick von dem eigentlichen Antagonisten oder als Jealous Bitch. Dieser Post ist dazu da, diejenigen zu würdigen, die aus diesem Klischee ausbrechen. Dass Frauen auch noch andere Motivationen haben können außer Eifersucht, Liebe/Hass zu einem Mann oder der Wunsch für immer jung und hübsch zu bleiben, zeigen sie:

(Btw: diese Beispiele sind nur von denen, die ich auch selber gesehen habe, ich bin mir sicher, da gibt es noch ein paar mehr.)

Gotham's Fish Mooney (Jada Pinkett-Smith) ist mit Abstand der most hardcore Charakter der Serie. Sie ist skrupellos, brillant und schreckt vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei setzt sie hauptsächlich auf Manipulation, Intriegen und ihr Gehirn (oder ihre Kampferfahrung, wenn es sein muss). Sie ist genauso wie die anderen Mafia Paten und strebt vordringlich nach Macht. Mit ihrem Tod hat die Serie eine ihrer Hauptträgerinnen verloren. Mal sehen, wie sie das kompensieren wollen.

Gazelle (Sofia Boutella) aus Kingsman ist zwar auch ein Sidekick, aber sie ist nicht der typische Sidekick. Vielmehr ist sie Valentines gleichberechtigte Partnerin, die eben eine andere Aufgabe hat. Er ist das Gehirn, sie die Muskeln. Sie ist für das zuständig, was er nicht kann. Außerdem behandelt sie ihn nicht wie einen Vorgesetzten und macht sich zum Beispiel über seine Aversion gegen Blut lustig. Auch sind ihre Kostüme nicht übertrieben sexy und sie hat Prothesen aus denen sie Messer ausfahren kann. Wie cool ist das denn. 

Mrs. Coulter aus der His Dark Materials Reihe (The Golden Compass, The Subtle Knife, The Amber Spyglass) ist eine komplexe Persönlichkeit, die die Trilogie über schwierig einzuschätzen und zuzuordnen ist. Sie übt zu Beginn in ihrer Steampunk-Welt eine gehörige Macht aus, die sie auch zu nutzen weiß. Leider ist es schon zu lange her, dass ich diese Bücher gelesen habe und kann daher dazu nicht mehr sagen.

Man kann über Primeval sagen, was man möchte. Mit 13/14 gehörte diese Serie zu meinen Lieblingsserien, bis ich kurz nach dem Beginn von Staffel vier aufgab. Es hatte sich zu viel verändert. Helen Cutter (Juliet Aubrey) war in Staffel 1-3 die Hauptantagonistin. Die Frau des Protagonisten ist acht Jahre vor Beginn der Serie in einer Anomalie verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Das bedeutet, dass sie es fertig gebracht hat, ganz alleine in prähistorischen Zeiten zu überleben. Ihre Ziele haben immer etwas mit der Natur der Anomalien zu tun und sie kümmert frühere Zuneigung zu ihrem Mann oder ihrem Geliebten dabei herzlich wenig.

Beverly Barlowe (Debrah Farentino) aus Eureka wirkt erstmal gar nicht wie eine Antagonistin. Zunächst nehmen wir an, dass sie zu den Guten gehört. Später stellt sich jedoch heraus, dass sie für eine mysteriöse Gruppe arbeitet, die wissentlich Eureka sabotiert. Als Grund dafür nennt sie die Tatsache, dass Eureka dem Verteidigungsministerium unterstellt ist und damit alles andere als unabhängig und friedlich agiert. Ihre Kritik an den Verhältnissen ist durchaus nachvollziehbar, ihre Methoden aber mehr als fragwürdig. Im Gegensatz zu anderen Bösewichten ist sie nicht wirklich boshaft, aber denkt im Zweifelsfall immer zuerst an sich ("Ich will ja das richtige tun, aber so richtig dann auch wieder nicht.").

Elementary's Moriarty (Natalie Dormer) ist das, was ich mir immer gewünscht habe. Brillant, elegant und sinister. Sie versteht nicht, warum Menschen so sind, wie sie sind, aber sie versteht es, das auszunutzen. Sie spielt mit Sherlock, um zu sehen, wo das hinführt und bringt aus dem Gefängnis die Drogen-Baronin um, als sie Watson bedroht hatte. 

Mystique in ihrer Grund-version. Man kann behaupten, dass sie böse ist, weil Leute sie nicht für hübsch halten, aber das wäre viel zu oberflächlich. Sie ist eine Antagonistin, weil sie die Ausgrenzung und den Hass, der ihrer Spezies entgegengebracht wird, am eigenen Leib erfahren hat und entschieden hat, das nicht länger zu ertragen. Sie bleibt in ihrer natürlichen blauen Form, da sie sich nicht verstecken will ("Because we shouldn't have to.").

Anna (Morena Baccarin) aus V - The Visitors ist die Anführerin einer feindlich gesinnten Alienrasse. Sie behauptet in Frieden zu kommen, doch eigentlich will sie uns nur ruhig stellen, um uns dann zu essen. (Interessanterweise hat sie als Gegenspielerin ebenfall eine weibliche Hauptheldin.) Mit sanfter Stimme führt sie die Menschheit in den Abgrund und toleriert Dissens in ihren eigenen Reihen nicht im geringsten. Die abgesetzte Serie endet damit, dass sie ihr Ziel so gut wie erreicht hat.

Disney Antagonistinnen haben oft eine stereotypische Motivation, Yzma aus Ein Königreich für ein Lama hingegen möchte einfach nur herrschen und Maleficent (Angelina Jolie) aus der gleichnamigen Neuerzählung von Dornröschen bekommt eine so kraftvolle und verständliche Motivation (der Wille ihr Land zu beschützen und der schreckliche Verrat durch den König), dass sie mehr zur Anti-Heldin wird.

Satori wants more women villains

P.S. Cate Blanchett (die ich liebe) wird in Thor: Ragnarök übrigens Marvels erste Haupt-Antagonistin spielen. Da sind wir doch mal gespannt!

P.P.S. Das titelgebende Zitat "Hell hath no fury like a woman scorned" weist natürlich auf eine weitere stereotypische Motivation hin. Eine Frau, die von einem Mann betrogen oder zurückgewiesen wurde.

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Wie ich darauf kam einen Blog zu starten

Ich habe ein tolles Buch, das da heißt "101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist" Ding Nummer 36 fällt unter die Kategorie Hobbys und heißt "Starte einen Blog". Und genau das tue ich jetzt gerade.
Viele Grüße
Satori