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Donnerstag, 10. November 2016

The curious case of Zane Donovan

aka Why the hell do I like him so much when he is totally not my type?

Dieser Post ist schon so lange in den Entwürfen. Besser und relevanter wird der nicht mehr. Also hier ist er.
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Normalerweise mag ich die lieben, netten Leute, die süß und gut sind. Die Menschen, die sich Mühe geben ihrer Umgebung freundlich zu begegnen und vielleicht etwas unsicher sind. Zum Beispiel mochte ich schon immer Luke mehr als Han Solo und war auch von Anfang an ein Sam!girl. Charaktere, die arrogant sind und sich absichtlich wie Arschlöcher verhalten, mag ich eigentlich nicht so sehr. Nach dieser Logik dürfte ich Zane aus Eureka nicht so mögen, wie ich es tue (und zum Beispiel stattdessen Fargo oder auch Carter - btw wir gehen hier von den männlichen Charakteren aus, denn weibliche Charaktere mag ich meistens alle). Aber aus irgendeinem Grund hat es mir Zanes Charakter angetan.
Seine erste Folge (2.8 E=MC?) ist meine Lieblingsfolge und sie stellt gleich mehrere Sachen über ihn klar:
a) Das erste, was wir von Zane sehen, ist dass er sich in Konten einhackt und Geld stiehlt. Das bedeutet, dass er sich eher so semi für Regeln und Gesetze interessiert und dafür auf seine Fähigkeiten vertraut.
b) Seine absolute Faszination mit dem Big-Bang-Experimet in Eureka ist ein erstes Zeichen dafür, dass Wissenschaft die eine Sache ist, die ihn wirklich begeistern kann und die er Ernst nimmt, denn...
c) ... er hat sonst eine 'alles ist ein Spiel'-Haltung, die normalerweise als Maske für diese Art von Charakteren dient.
d) Er isst kein Hühnchen und erklährt das mit der grausamen Haltung der Tiere, was die Frage aufwirft, ob er grundsätzlich Vegetarier ist (kann ich leider nicht mit Sicherheit beantworten, weil ich nicht alle Folgen auswendig kann).
e) Eigentlich ist er Teilchenphysiker. Zumindest ist das der Grund, warum er nach Eureka geholt wurde.
f) Er war auf dem MIT, Harvard, Cornell... Die Tatsache, dass er jeweils nach einem Rausschmiss sofort in eine neue Elite Uni aufgenommen worden ist, heißt einiges. Seine Erfolge müssen für die zuständigen Gremien das Risiko überwogen haben, dass er sich allen Regeln widersetzt.
g) Er hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter (aber nicht zu seinem Vater, was man später erfährt).

Desweiteren erfährt man noch über ihn:
h) Er trinkt keinen Alkohol und nimmt keine Drogen, weil er nicht möchte, dass sein Gehirn beeinflusst wird. Daraus lässt sich schließen, dass für ihn seine Intelligenz das Wichtigste darstellt und er sich hauptsächlich dadurch definiert.
i) Als er noch jung war (fragt mich nicht wie alt - ich bin grauenvoll darin, das Alter von Kindern zu schätzen) hat er sich in die NASA Datenbanken gehackt und Bilder von Weltraummissionen gedownloaded, damit er nicht die Wahrheit über seinen Vater sagen musste (der wahrscheinlich abgehauen ist).
j) Er ist derjenige, der (neben Fargo) geeky references macht ("So wie Tantooine!", "Ich wusste gar nicht, dass du ein TARDIS Haus baust.", "Soll ich noch nach was anderem Ausschau halten, Verteidigungspläne, TARDIS Baupläne?", etc.) und das obwohl er sonst überhaupt nicht wie ein typischer Nerd wirkt (ganz im Gegensatz zu Fargo).
k) Dass Wissenschaft für ihn einen besonderen Stellenwert hat, bestätigt sich immer wieder, zum Beispiel, als Eureka zwei Sonnen hat oder er eine Atombombe zünden muss, um Eureka zu retten. (General Mansfield: Toll, Sie haben ein so großes Problem gebaut, dass die einzige Lösung in der Zündung einer Atombombe besteht! Zane: Ja, ist doch total geil!)
l) In der Alternativ-Dimension ab Staffel 4 macht er dieselbe Entwicklung von arrogantem Arschloch zum loyalen Freund durch wie schon zuvor, nur vielleicht etwas extremer. Am Ende von Staffel 5 gibt er sich jedenfalls alle Mühe Fargo zu helfen.

Ich interpretiere da wahrscheinlich viel zu viel rein, aber auch einem unerfindlichen Grund interessiert und fasziniert mich Zanes Charakter einfach und ich bin davon überzeugt, dass er komplexer ist, als er zunächst scheint. Ich hab auch viele Headcanons über ihn, von denen ich aber jetzt nicht anfangen will, sonst werde ich nie fertig.

Satori loved that show with all her heart

Sonntag, 9. Oktober 2016

Hell hath no fury

Es gibt sie nicht häufig: weibliche Bösewichte. Nun, weibliche Helden gibt es auch weniger, als ich es gerne hätte, aber weibliche Haupt-Antagonisten sind noch seltener. Das liegt vielleicht daran, dass Frauen im allgemeinen den Ruf haben, freundlicher und netter zu sein. Fakt ist, dass Film-Frauen selten böse sind und wenn doch dann als Sexy Sidekick von dem eigentlichen Antagonisten oder als Jealous Bitch. Dieser Post ist dazu da, diejenigen zu würdigen, die aus diesem Klischee ausbrechen. Dass Frauen auch noch andere Motivationen haben können außer Eifersucht, Liebe/Hass zu einem Mann oder der Wunsch für immer jung und hübsch zu bleiben, zeigen sie:

(Btw: diese Beispiele sind nur von denen, die ich auch selber gesehen habe, ich bin mir sicher, da gibt es noch ein paar mehr.)

Gotham's Fish Mooney (Jada Pinkett-Smith) ist mit Abstand der most hardcore Charakter der Serie. Sie ist skrupellos, brillant und schreckt vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei setzt sie hauptsächlich auf Manipulation, Intriegen und ihr Gehirn (oder ihre Kampferfahrung, wenn es sein muss). Sie ist genauso wie die anderen Mafia Paten und strebt vordringlich nach Macht. Mit ihrem Tod hat die Serie eine ihrer Hauptträgerinnen verloren. Mal sehen, wie sie das kompensieren wollen.

Gazelle (Sofia Boutella) aus Kingsman ist zwar auch ein Sidekick, aber sie ist nicht der typische Sidekick. Vielmehr ist sie Valentines gleichberechtigte Partnerin, die eben eine andere Aufgabe hat. Er ist das Gehirn, sie die Muskeln. Sie ist für das zuständig, was er nicht kann. Außerdem behandelt sie ihn nicht wie einen Vorgesetzten und macht sich zum Beispiel über seine Aversion gegen Blut lustig. Auch sind ihre Kostüme nicht übertrieben sexy und sie hat Prothesen aus denen sie Messer ausfahren kann. Wie cool ist das denn. 

Mrs. Coulter aus der His Dark Materials Reihe (The Golden Compass, The Subtle Knife, The Amber Spyglass) ist eine komplexe Persönlichkeit, die die Trilogie über schwierig einzuschätzen und zuzuordnen ist. Sie übt zu Beginn in ihrer Steampunk-Welt eine gehörige Macht aus, die sie auch zu nutzen weiß. Leider ist es schon zu lange her, dass ich diese Bücher gelesen habe und kann daher dazu nicht mehr sagen.

Man kann über Primeval sagen, was man möchte. Mit 13/14 gehörte diese Serie zu meinen Lieblingsserien, bis ich kurz nach dem Beginn von Staffel vier aufgab. Es hatte sich zu viel verändert. Helen Cutter (Juliet Aubrey) war in Staffel 1-3 die Hauptantagonistin. Die Frau des Protagonisten ist acht Jahre vor Beginn der Serie in einer Anomalie verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Das bedeutet, dass sie es fertig gebracht hat, ganz alleine in prähistorischen Zeiten zu überleben. Ihre Ziele haben immer etwas mit der Natur der Anomalien zu tun und sie kümmert frühere Zuneigung zu ihrem Mann oder ihrem Geliebten dabei herzlich wenig.

Beverly Barlowe (Debrah Farentino) aus Eureka wirkt erstmal gar nicht wie eine Antagonistin. Zunächst nehmen wir an, dass sie zu den Guten gehört. Später stellt sich jedoch heraus, dass sie für eine mysteriöse Gruppe arbeitet, die wissentlich Eureka sabotiert. Als Grund dafür nennt sie die Tatsache, dass Eureka dem Verteidigungsministerium unterstellt ist und damit alles andere als unabhängig und friedlich agiert. Ihre Kritik an den Verhältnissen ist durchaus nachvollziehbar, ihre Methoden aber mehr als fragwürdig. Im Gegensatz zu anderen Bösewichten ist sie nicht wirklich boshaft, aber denkt im Zweifelsfall immer zuerst an sich ("Ich will ja das richtige tun, aber so richtig dann auch wieder nicht.").

Elementary's Moriarty (Natalie Dormer) ist das, was ich mir immer gewünscht habe. Brillant, elegant und sinister. Sie versteht nicht, warum Menschen so sind, wie sie sind, aber sie versteht es, das auszunutzen. Sie spielt mit Sherlock, um zu sehen, wo das hinführt und bringt aus dem Gefängnis die Drogen-Baronin um, als sie Watson bedroht hatte. 

Mystique in ihrer Grund-version. Man kann behaupten, dass sie böse ist, weil Leute sie nicht für hübsch halten, aber das wäre viel zu oberflächlich. Sie ist eine Antagonistin, weil sie die Ausgrenzung und den Hass, der ihrer Spezies entgegengebracht wird, am eigenen Leib erfahren hat und entschieden hat, das nicht länger zu ertragen. Sie bleibt in ihrer natürlichen blauen Form, da sie sich nicht verstecken will ("Because we shouldn't have to.").

Anna (Morena Baccarin) aus V - The Visitors ist die Anführerin einer feindlich gesinnten Alienrasse. Sie behauptet in Frieden zu kommen, doch eigentlich will sie uns nur ruhig stellen, um uns dann zu essen. (Interessanterweise hat sie als Gegenspielerin ebenfall eine weibliche Hauptheldin.) Mit sanfter Stimme führt sie die Menschheit in den Abgrund und toleriert Dissens in ihren eigenen Reihen nicht im geringsten. Die abgesetzte Serie endet damit, dass sie ihr Ziel so gut wie erreicht hat.

Disney Antagonistinnen haben oft eine stereotypische Motivation, Yzma aus Ein Königreich für ein Lama hingegen möchte einfach nur herrschen und Maleficent (Angelina Jolie) aus der gleichnamigen Neuerzählung von Dornröschen bekommt eine so kraftvolle und verständliche Motivation (der Wille ihr Land zu beschützen und der schreckliche Verrat durch den König), dass sie mehr zur Anti-Heldin wird.

Satori wants more women villains

P.S. Cate Blanchett (die ich liebe) wird in Thor: Ragnarök übrigens Marvels erste Haupt-Antagonistin spielen. Da sind wir doch mal gespannt!

P.P.S. Das titelgebende Zitat "Hell hath no fury like a woman scorned" weist natürlich auf eine weitere stereotypische Motivation hin. Eine Frau, die von einem Mann betrogen oder zurückgewiesen wurde.

Montag, 5. September 2016

Nazis in Space - Parallels between The First Order/The Empire of Star Wars and The Third Reich

Das ist ein wundervoller Titel für eine potentielle Hausarbeit (sowohl in Englisch als auch in Geschichte) und ich bin mir sicher, ähnliche Aufsätze sind schon zu hunderten geschrieben worden, da die Parallelen alles andere als subtil sind. Das hier wird kein wissenschaftlicher Artikel. Eigentlich wird es so unwissenschaftlich wie sonst was, nämlich eine einfache, unsortierte Ansammlung von Beobachtungen gespickt mit Überlegungen. 

- Warum ich überhaupt auf die Idee gekommen bin? (SW TFA SPOILER) Die Rede, die Hux in The Force Awakens hält, bevor sie die Neue Republik zerstören, erinnert nicht nur vom Inhalt, sondern auch von Ton und der Sprachmelodie her so stark an bekannte Nazi reden, dass es mir selbst in der Star Wars Euphorie aufgefallen ist und mich nicht los gelassen hat. (SPOILER Ende)
- Ist euch schon mal aufgefallen, dass alle Imperiums Soldaten und Offiziere ausschließlich Menschen sind? Überall sonst in der Galaxis wimmelt es nur so von mehr oder weniger humanoiden Außerirdischen, aber in der imperialen Armee und Führungsriege findet man nur Menschen. Es zeugt von ausgeprägter Xenophobie und stellt das dar, was TV tropes "Fantastic Racism" nennen würde.
- Das Empire wird im deutschen übersetzt mit dem lateinischen "Imperium" und nicht mit "Reich". Natürlich kann man sich hierbei die Frage stellen, ob "Imperium" nicht einfach cooler klingt oder aber ob wir eine generelle Abneigung gegen das Wort "Reich" haben aufgrund der Konnotationen, die es für uns hervorruft, nichtsdestotrotz fällt diese Kleinigkeit auf.
- "This is how liberty dies, with thunderous applause." Das Imperium steigt auf durch einen akuten Missbrauch von Notstandsvollmachten, die dann zu einer Art Alleinherrschaft ausgebaut werden. Das Volk, in Star Wars repräsentiert vom Intergalaktischen Senat, ist zu diesem Zeitpunkt noch komplett begeistert. Erinnert uns das nicht an etwas?
- Die Ästhetik des Imperiums ist unbestreitbar von dem Aussehen der Nazi-Uniformen, etc. inspiriert.
- Die beiläufige Akzeptanz eines Genozids.

Natürlich könnte man das alles noch mehr ausführen, aber das reicht jetzt erstmal für diesen Blogpost.

Satori loves analyzing movies and shit

P.S. btw "Nazis in Space" is from the Star Wars Honest Trailer video. 

Mittwoch, 28. Oktober 2015

The Age of Dystopia

aka When did we stop believing the future is bright?

Ich gebe es zu, ich bin selber eine dieser paranoiden Menschen, die relativ pessimistisch in die Zukunft der Menschheit blickt. Ich bin beinahe komplett davon überzeugt, dass wenn wir uns in den nächsten Jahrtausenden nicht selber durch einen Nuklearen/Bio-chemischen Krieg auslöschen werden, wird das die Natur für uns erledigen. Vielleicht gerade deshalb fühle ich mich zu dem dystopischen Genre hingezogen, da Dystopien die Probleme unserer Gesellschaft nehmen und sie sinnvoll und düster weiterführen. Hunger Games nimmt das Panem et Circenses Prinzip auf, Elysium fokussiert auf fatale Klassenunterschiede, Terminator, Matrix und iRobot zeigen uns, was wir nun schlussendlich von unserem Verlassen auf Technologie haben, In Time behandelt Jugendwahn und Klassenunterschiede und Filme wie Alles, was wir geben mussten und Die Insel stellen die alte Frage (welche schon seit der ersten SciFi Geschichte Frankenstein von Mary Shelley im Mittelpunkt steht), wieweit darf der Mensch und mit ihm die Wissenschaft gehen? Diese Themen und auch diese Fragen sind nicht nur äußerst relevant, da Dystopie auch schon öfter leider leider die Zukunft vorausgesagt hat (aka. Überwachung wie in 1984 von George Orwell), sondern auch sehr interessant. Es ist nur so, dass es mir manchmal so vorkommt, als würde die Zukunft hauptsächlich in Grautönen gemalt. Früher gab es Science-Fiction und die Zukunft war aufregend mit ihren Möglichkeiten: Roboter! Fliegende Autos! Raumfahrt! Aliens! Schickes Design! Hovercrafts! Heilmittel! Und heutzutage ist fast jeder Film, der in der Zukunft spielt eine hoffnungslose Dystopie (ich betone das FAST, da es natürlich auch heutzutage noch Science-Fiction Filme gibt, die keine Dystopien sind, ganz aktuell The Martian mit Matt Damon und nicht zu vergessen das kommende Star Wars VII).  Von Post-Apokalypsen wie Mad Max will ich gar nicht erst anfangen. Selbst SciFi Filme wie Interstellar fangen mit einer Dystopie an, die relativ unschön aussieht und im niedlichen Pixar-Film Wall-E ist die Erde vermüllt und die Menschen sitzen permanent vor Computern.

Es kann natürlich auch sein, dass ich aufgrund einer persönlichen Einstellung einfach nur vornehmlich Filme mit einer negativen Zukunftsvision wahrnehme oder es immer schon so viele Dystopien gab und ich mich erst in den letzten Jahren mehr damit beschäftige.

Satori is mostly happy, I swear

"I'd like to share a revelation that I've had during my time here. It came to me when I tried to classify your species and I realized that you're not actually mammals. Every mammal on this planet instinctively develops a natural equilibrium with the surrounding environment but you humans do not. You move to an area and you multiply and multiply until every natural resource is consumed and the only way you can survive is to spread to another area. There is another organism on this planet that follows the same pattern. Do you know what it is? A virus. Human beings are a disease, a cancer of this planet. You're a plague and we are the cure." - Agent Smith in Matrix

Donnerstag, 24. September 2015

Shout out to character flaws

Fehler machen einen Charakter interessanter. Das ist wirklich unbestreitbar. Selbst Helden brauchen den ein oder anderen Fehler, denn vollkommene Perfektion wird schnell langweilig. Versteht mich nicht falsch, Helden brauchen auch gute Charaktereigenschaften, natürlich, sonst wären sie keine Helden. Aber einem Charakter zuzusehen, der zu jedem Zeitpunkt absolut einwandfrei agiert, ist nicht erstrebenswert. Denn in der Realität findet man keine solche Perfektion. Fehler sorgen dafür, dass die Charaktere menschlicher wirken und wir uns mit ihnen identifizieren können. 

So gefällt mir zum Beispiel der Charakter von Edmund Reid aus Ripper Street besonders. Er ist ein guter Mann, steht voll und ganz auf der richtigen Seite und kümmert sich ernsthaft um Opfer. Er ist fortschrittlich und neugierig. Aber er hat auch nicht ganz so gute Züge, so betrügt er seine Frau und kümmert sich mehr um seine Arbeit als um seine Freunde. Und obwohl er selbst relativ gewaltfrei ist, hat er jemanden, der die Gewalt für ihn übernimmt, was fürchterlich heuchlerisch ist.

Über Jim Gordon habe ich ja schon gesagt, dass ich sehr begeistert davon bin, dass seine größte Stärke auch seine größte Schwäche ist. Seine Standhaftigkeit ist Sturheit. Oftmals wäre es so viel vorteilhafter für alle Beteiligten, wenn er ein bisschen nachgeben würde, aber das kann und wird er nicht, egal, wer nun im Endeffekt darunter zu leiden hat. Seine Moralität ist ein Tunnel und er kann davon nicht abweichen. Außerdem passt es so wunderbar zu seinem Charakter, dass er vollkommen unbeholfen ist, wenn es um interpersonelle Beziehungen geht. Wie fürchterlich awkward er mit Leslie einfach ist, wunderbar.

Das gefällt mir auch an Marvels Superhelden. Sie sind Menschen und sie haben Fehler, aber sie versuchen es besser zu machen. Vor ihrer Charakter Entwicklung waren weder Tony noch Thor wirkliche Helden. Ich mein Tony hat Waffen produziert und Thor ohne zu zögern einen Krieg begonnen. Bruce ist zwar selbst friedlich, hat aber mit dem Hulk eine personifizierte Kehrseite. Natasha war früher Auftragskillerin und auch Clint lebte abseits des Gesetzes. Die Zwillinge haben aufgrund ihrer Geschichte zu Beginn mit Ultron gearbeitet. Gut, Steve war schon immer ein Held, aber er bildet auch das moralische Zentrum. (Und auch er hat Fehler, z.B. dass er nicht mit einem "normalen" Leben klar kommt.)

Es gibt sicher noch weitere Beispiele, die mir grad nicht einfallen.

Satori will buy Netflix! 

Montag, 29. Juni 2015

Gotham and the glories of good characterization

Ich habe Gotham ja schon früher einmal gelobt, aber jetzt gerade habe ich mal wieder Lust dazu. Inspiriert von Black Sails, das wir gerade gucken, einer Serie mit - meiner Meinung nach - sehr zweifelhaften Charakterisierungen, die - für mich - weder konsequent sind noch irgendwie Sinn ergeben, werde ich nun die im Gegensatz dazu brillianten Charakterzeichnungen von Gotham loben. Die sind nämlich nicht nur in sich stimmig, sondern auch absolut konsequent umgesetzt.

Es fängt zum Beispiel schon bei den "Establishing Character Moments"* an. In der ersten Episode werden die wichtigsten Charaktere vorgestellt und gleich in ihrer ersten Szene erfahren wir, was sie für Menschen sind. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir (aus erfindlichen Gründen) der von Jim. In seiner ersten Szene spielt er einem Verbrecher, der eine Polizistin gefangen hatte, vor, er hätte seine Pillen und setzt ihn dann außer Gefecht ohne ihn zu töten, was die anderen Polizisten vor hatten. Kurz darauf wird er für sein Verhalten angemeckert. Das zeigt Jims wichtigste Charaktereigenschaften (seine Achtung vor Leben - egal von wem - und dass er sich von den anderen im Revier unterscheidet, Regeln für ihn wichtig sind, aber es ihn nicht interessiert, was andere über ihn denken) und so wird das auch durchgezogen. Jim ist die Definition von Lawful Good* und was ich persönlich absolut wundervoll finde, ist, dass seine größte Stärke auch gleichzeitig seine schlimmste Schwäche ist. Er ist so durch und durch gut und unkorrupt und standhaft, dass es andauernd nur Probleme für ihn und die Menschen um ihn herum schafft.

Die Charaktere bekommen nachvollziehbare Motivationen und handeln in einer stringenten Weise. Barbaras Eingreifen war genauso passend wie ihr Zusammenbruch später. Dass Fish mit ihrem Plan gescheitert ist, ist eine logische Konsequenz aus ihrer Unterschätzung von Oswald. Bruce Streben nach Rache und Gerechtigkeit, ist ein Antrieb für seine Geschichte und wie und warum Ed später zu The Riddler wird, lässt sich ebenfalls schon erkennen.

Oswald selber habe ich ja noch gar nicht erwähnt. Er ist so hinterhältig und ambitioniert und dabei so verdammt intelligent, dass er damit durchkommt. Er tut immer so, als sei er so unterwürfig, schwach und bemitleidenswert, damit er von allen um ihn rum unterschätzt wird. Das ist eine brilliante Strategie, die bis  jetzt für ihn wunderbar funktioniert. Wir erfahren, dass er sogar (SPOILER) darum gebeten hat, dass Jim der Auftrag gegeben wird, ihn zu erschießen, weil er schon vermutet hat, dass Jim das nicht tun würde (SPOILER ENDE). 

Wie gesagt, ich finde diese Serie super und kann es kaum erwarten, bis sie wieder aus der Sommerpause kommt.

Satori is going to Uni soon

*Der erste Link bringt euch zu tvtropes.org, dort findet ihr eine Erklärung zu ECM.
*Dieser Link führt euch zu geekandsundry.com, wo eine Überblickserklärung zu den Alignments existiert.
Mein Verständnis geht ungefähr so: Lawful = Tendenz zu Ordnung; Chaotic = Tendenz zu Chaos/bzw. gegen Ordnung; Good = Tendenz zu Altruismus und Respekt vor Leben; Evil = Tendenz zu Egoismus und fehlendem Respekt vor Leben; Neutral = weder noch

Mittwoch, 27. Mai 2015

Bad people that are so bad it's good

Irgendwie ist das gerade mein Thema und ich habe Spaß daran, darüber zu referieren.

Es gibt so viele Serien, die als Protagonisten Leute haben, die nicht gut, ja nicht einmal wirklich sympathisch sind. Vikings zum Beispiel und Game of Thrones, die sich mit der Begründung der Authentizität geradezu in menschlichen Abgründen suhlen (gewisserweise trifft das auch auf Black Sails zu). Dann sind da die Serien mit Killern als Hauptcharakteren wie Hannibal, Dexter, Bates Motel, Blacklist und mehr (Breaking Bad zählt da irgendwie auch zu). Serien wie Borgia (und andere vergleichbare HBO und Showtime Serien), geben uns grausame Leute als Identifikationsfiguren.

Versteht mich nicht falsch, ich finde viele dieser Serien super und selbst die, die ich nicht gesehen habe, haben einen guten Ruf und versprechen hohe Qualität. Es ist jedoch meiner Ansicht nach etwas bedenklich, dass der heutige gefeierte Protagonist zumeist eine Sorte Mensch ist, die wenn nicht ganz schlecht, dann doch auf gar keinen Fall gut ist. Die Sache ist die, eigentlich ist das alles kein Problem, solange man die Reflektionsebene miteinbezieht. Zum Beispiel: Hannibal ist ein brillanter Charakter, er ist interessant konzipiert und fesselnd gespielt. Als Figur in einen fiktionalen Universum finde ich ihn super und mag ihn sehr gerne. Als "Person" jedoch, finde ich ihn gruselig und schrecklich, da er nicht nur ein mordender Kannibale ist, sondern auch sadistisch und manipulativ.
Wichtig ist hierbei immer die Distanz zwischen Fiktion und Realität aufrecht zu erhalten und zu sehen, dass deren Handlungsweisen als unmoralisch zu betrachten sind. Außerdem ist es auch besonders für die Showrunner wichtig, dass sie nicht versuchen, die grausamen Taten ihrer Figuren zu rechtfertigen (da das dazu führen kann, dass diese Rechtfertigungen auch im realen Leben angewendet werden von Leuten, für die die Distanz von Fiktion und Realität geringer ist). Etwas, was auch besonders im Fandom passiert. Manchmal denkt man, da man den Chrakter mag, muss man all seine Handlungen billigen und vor anderen rechtfertigen, aber das ist keinenfalls der Fall. Man kann wie schon durch ein Beispiel veranschaulicht (und in meinem Loki Post verdeutlicht) Charaktere lieben, aber trotzdem anerkennen, dass sie "schlecht" sind und in der realen Welt keineswegs unsere Bewunderung verdienen.

Unsere kapitalistische Gesellschaft generiert schon genug Gewalt, lassen wir nicht zu, dass die Gewalt aus der fiktionalen Welt auch noch dazu kommt.

Satori is very passionate about this topic

P.S. Ich stelle besser noch mal klar, dass dies hier kein Appell gegen solche Charaktere oder Gewalt im Fernsehen/Film ist! Wie schon so oft erwähnt, sind die meisten meiner Lieblingsfilme relativ gewalttätig (was passiert, wenn das Lieblingsgenere Action ist) und auch ich finde Serien wie Hannibal faszinierend (verstörend, aber faszinierend). Worum es geht ist die Verherrlichung der Verhaltensweisen dieser Charaktere. Das ist das, was meiner Meinung nach etwas problematisch ist.

Freitag, 15. Mai 2015

Stop dismissing kindness!

Bei Persönlichkeitstests kommt raus, dass ich eine größtenteils freundliche, liebevolle Person bin. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ich bei Tests in  Hufflepuff eingeordnet werde. Jetzt ist es nur so, dass Hufflepuff als Loser Haus gilt. Klar, irgendwie ist es auch cooler sich mit Mut oder Intelligenz brüsten zu können, dafür bekannt zu sein, dass man loyal und hilfsbereit ist, ist nicht grade spektakulär. Es wird so getan, als wäre es einfach, so zu sein und als wären Qualitäten wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Verständnis und eine Sorge um und Respekt für andere vollkommen wertlos. So werden auch die Amity in Divergent als alberne Hippies dargestellt, die es nicht weiter zu beachten gilt. Dabei sind die Amity diejenigen, die ohne zu zögern Flüchtlinge aufnehmen, sich fürsorglich um diese kümmern und mit aller Kraft versuchen die Kämpfe zu stoppen und die Situation zu deeskalieren. Ihre Werte sind vor allem Mitgefühl und der Versuch eine Beziehung zu anderen herzustellen indem man sich mit ihnen auseinandersetzt und sich in andere hinein versetzt. Das ist wiederum eine Fähigkeit, die maßgeblich zur erfolgreichen Kommunikation und Streitbeilegung beiträgt, denn dadurch, dass man die Sichtweise anderer annimmt und sich in deren Situation versetzt, kommt es unweigerlich auch zu einer Reevaluation der eigenen. Dieser Prozess des konstanten 'sich in andere rein versetzen' und Reevaluieren der eigenen Standpunkte ist durchaus anstrengend, kräftezehrend und keinesfalls einfach. Dann auch noch nach diesen Prinzipien zu handeln und jemandem mit Mitgefühl zu begegnen, auch wenn man vielleicht sauer sein möchte, zu vergeben und verzeihen, Leuten wirklich zu zuhören und ihnen zu helfen, ist noch ein weitere schreit Schritt. Gütig und sanft zu sein und zu handeln erfordert ein nicht unerhebliches Maß an innerer Stärke. Zu hassen und zu wüten ist oftmals einfach leichter, es macht auf Dauer zwar nicht unbedingt glücklicher (eigentlich fast nie), aber es liegt näher. 

Und auf die Gefahr hin noch einmal den Moralapostel zu spielen: ich finde, besonders zu Zeiten der starken Kommunikation im Internet, wo viele Menschen die Sicherheit der Anonymität dazu nutzen sich wie fürchterliche Arschlöcher zu verhalten, ist es besonders wichtig, sich auf Grundwerte wie Freundlichkeit und Mitgefühl zu besinnen. 

It’s so easy to hate. It takes strength to be gentle and kind.

— The Smiths, I Know It’s Over 
Satori is preaching to the void and it feels weird

P.S. Super Lied zum Thema! Das Lied ist ein Hufflepuff song nach Lady Gagas "Born this way".
P.P.S. Hier fehlt noch ein Bild, dass ich mit der App aber nicht einfügen kann.

Why Loki is a little shit

aka I love you Loki, but you're awful

Ich habe ja in einem vorherigen Post darüber referiert, dass ich die "Guten" immer mehr mag als deren Gegenstücke. Jetzt berichte ich euch, warum ich Loki jedes mal, wenn ich Thor 1 sehe, weniger mag (das geht übrigens meiner besten Freundin ähnlich).
Okay, los geht's:

Das erste, was Loki im Film wirklich tut, ist, die Krönungszeremonie seines Bruders aus Jux und Dollerei zu ruinieren. Seines Bruders, der ihn wirklich liebt nur mal nebenbei erwähnt. Dabei opfert er zwei unschuldige Wachen (er muss gewusst haben, dass die Jotun sie töten würden) ohne groß drüber nachzudenken. Und warum das Ganze? Weil er eifersüchtig ist und es Thor nicht gönnt König zu werden.

Als nächstes bringt er Thor dazu, einen jahrhundertealten Frieden zu brechen, in dem sie auf Jotunheim einfallen. Natürlich hat Thor da mindestens genauso viel Schuld dran, aber das ist wichtig und dient als Ausgangspunkt seiner Charakterentwicklung, denn im Verlauf sieht er ein, wie falsch er am Anfang lag. Trotzdem ist Loki der Anstifter und kümmert sich mal wieder überhaupt nicht um die möglichen Opfer, welche hierbei auch seinen Bruder und dessen Freunde beinhalten könnten. Was glaubt er eigentlich damit zu erreichen? Dass Odin zu Sinnen kommt und ihn an Thors Statt zum König ernennt?

Das Grauenvollste, Grausamste, was den ganzen Film passiert, ist, als Loki Thor besucht, nachdem dieser Mjölnir nicht heben konnte. Loki lässt Thor glauben, dass wegen ihm nicht nur ein Krieg ausgebrochen ist, sondern auch sein Vater gestorben ist, dass seine Mutter ihn nicht wieder sehen will und er von nun an auf der Erde in Verbannung als Sterblicher leben muss. Und was sagt Thor darauf? "Nein, es tut mir Leid. Danke, dass du hier warst." Thor ist nicht sauer, er regt sich nicht auf und schreit nicht rum. So tief geht bei ihm in diesem Moment die Trauer. The Fuck, Loki? Wie kann man nur so herzlos sein. (Finden auch Leute auf tumblr.)

Loki schickt den Destroyer, als er realisiert, dass Thors Freunde drauf und dran sind ihn zu holen. Dass ihn Menschenleben nicht interessieren, kann man als gegeben voraussetzten, aber auch wenn nicht, wird Loki das in Avengers deutlich bestätigen. Die Intention dabei ist sowohl seinen Bruder (der ihn liebt! nur noch mal als Erinnerung) als auch Sif, Volstagg, Hogun und Fandral zu töten. Am Ende steht Thor dem Destroyer gegenüber und sagt "Was immer ich auch getan habe, um dich zu verärgern, es tut mir Leid. Aber diese Leute sind unschuldig." Thor hat wirklich nichts getan, was Lokis Verhalten rechtfertigen würde und dennoch entschuldigt er sich. Was tut Loki darauf? Er lässt den Destroyer Thor wegschleudern. Und kommt mir jetzt nicht mit 'er wusste, dass Thor das nicht tötet'. Loki musste damit rechnen, dass das die menschliche Hülle nicht überleben würde. Wow.

Kommen wir mal zu Lokis Plan, der es beinhaltet weitere Wachen zu opfern und dann die Jotun, mit denen er sich verbündet hat, zu töten, bevor sie seinen Vater töten. Damit ihn alle lieben? Damit alle einverstanden sind, dass er jetzt König ist? Ach ja, und er hat vor die Jotun als Volk komplett auszulöschen, um Odin zu beweisen wie würdig er ist? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Odin hat doch Thor verbannt eben wegen seiner aggressiven Haltung den Jotun gegenüber, Loki ist nicht dämlich, er müsste wissen, dass die totale Vernichtung einer Spezies nicht etwas ist, was Odin gefallen würde (mal abgesehen davon, dass die totale Vernichtung einer Spezies vollkommen inakzeptabel ist - und das ist ein Punkt, über den nie geredet wird, dass Loki ohne Weiteres ein gesamtes Volk vernichtet hätte).

Kommen wir mal zu den Entschuldigungen, die allgemein angebracht werden, um Lokis Handeln zu rechtfertigen. 'Alle waren immer mies zu ihm' - Welche Belege gibt es dazu? Etwas, was Loki selbst sagt, während er sich rechtfertigt? Da kann man doch wohl damit rechen, dass das zumindest etwas übertrieben ist. Dass Loki sich nicht recht in die martialische asgardische Gesellschaft einfügen kann, hat ihn wahrscheinlich zum Außenseiter gemacht. Ich stimme zu, Odin hat sich im Verlauf des Films durchaus wie ein Arschloch verhalten, und er hat wohl auch Thor eher für den Thron vorgesehen, aber es gibt keine Beweise, dass er Loki ganz fürchterlich behandelt hat. Und außerdem wirkt es so, als hätte Frigga im Gegenzug mehr Zeit mit Loki verbracht als mit Thor, was als Ausgleich hätte dienen können. (Auch: habt ihr mal gesehen, wie grausam Denethor zu Faramir ist? Auch Faramir fühlt sich etwas fehl am Platz in seiner Gesellschaft, aber das führt bei ihm nicht dazu, dass er einen unglaublichen Hass auf seinen Bruder entwickelt... geez) 'Loki will doch nur Anerkennung' Ja, er wollte Anerkennung von Odin. Aber er wollte auch herrschen. Und Thor aus dem Weg haben.
Was ich sagen will ist, dass all diese Sachen, insofern sie stimmen als Erklärungen für sein Verhalten dienen können, aber keinesfalls als Entschuldigungen. Und für die Sachen, die er Thor antut, gibt es soweiso keine Entschuldigungen, da Thor immer wieder versucht (selbst inmitten eines Krieges, den Loki angezettelt hat) Loki zurück zu holen.
Fazit ist, dass Loki ein Villain ist und kein armes kleines Baby, das missverstanden und bemitleidenswert ist.

Warum er trotzdem so geliebt wird, liegt wohl zum einen an Tom Hiddlestons fantastischer Schauspielleistung (und daran, dass er ziemlich klassisch gut aussieht, denn wir sind immer eher dazu bereit gut aussehende Personen positiv zu sehen) und zum anderen daran, dass es nicht schwierig ist, sich mit Loki zu identifizieren. Denn, dass man sich ausgeschlossen und verraten fühlt, dass man nicht angenommen wird und jemand anderes bevorzugt, kennen viele aus eigener Erfahrung. Außerdem bleibt auch die Faszination mit den Antagonisten als Träger einer alternativen Geschichte, abseits der Dominanten, was sie oftmals interessanter macht (nicht für mich, wie ich ja schon dargelegt habe, aber trotzdem kann ich das nachvollziehen).

Satori is way too passionate about fictional stories

Donnerstag, 14. Mai 2015

Altruism and Goodness

Meine Lieblingsbuchreihe Wächter von Sergei Lukianenko teilt die magische Welt der "Anderen" (ich konnte Seiten darüber schreiben wie das funktioniert, aber das ist hier nicht der Punkt) in Lichte und Dunkle (und die Inquisition genau genommen, aber das würde zu weit führen). Zunächst scheint es ganz klar eine Aufteilung zwischen Guten und Bösen zu sein mit zum Beispiel Vampiren und Werwölfen als Dunkle. Im Laufe der Bücher wird jedoch klar, dass es sich keinesfalls um Gut und Böse handelt, sondern vielmehr um eine generelle Tendenz zu Altruismus (Lichte) und Egoismus (Dunkle). So ergibt es auch Sinn Vampire und Werwölfe bei den Egoisten einzuordnen, da sie auf Kosten anderer Menschen leben.
Diese Einleitung führt mich zum Wesentlichen: Altruismus ist im Grundsatz nicht mit Gutherzigkeit (die passendste Übersetzung von goodness, die ich gefunden habe) gleichzusetzen.
Altruismus bedeutet Selbstlosigkeit und Uneigennützigkeit. Das ist durchaus eine Eigenschaft, die man "guten" Menschen zuordnet. Sie ist aber nicht selber zwingend gut. So wie Egoisten durchaus aus eigennützigen Motiven viel Gutes zustande bringen können (weil man zum Beispiel Ruhm und Anerkennung möchte oder viel einfacher selbst von dem Guten profitiert), so können auch die reinsten Altruisten sehr viel Schlechtes tun. Lukianenko selbst gibt dafür in seinen Büchern einige Beispiele, in denen sich Lichte so gar nicht gut verhalten und viel Chaos und Unglück verbreiten und in der Divergent Welt wird auch klar, dass die Abnegation ("die Selbstlosen") nicht alle gute Menschen sind, dass unter ihnen, auch wenn sie noch so selbstlos sind, schlechte Menschen leben. Auch Film Antagonisten, die zerstörerische und tödliche Pläne verfolgen, sind nicht immer Egoisten. Ozymandias aus Watchmen zum Beispiel hat definitiv altruistische Motive wegen denen er einige Städte in die Luft jagt. Er tut das nicht für sich, er selbst hat davon gar nichts, er tut es um dem Planeten als Ganzes zu helfen. Das ist höchst altruistisch, aber auf gar keinen Fall gut. Ein ähnliches Ziel verfolgt Abraham Quest aus (ich hab den Namen grad vergessen) und sogar Valentine aus Kingsman zeigt einen Teil davon (wenn auch nicht so rein). Ökoterroristen sind ein weiteres Beispiel (in ihrer Grundform natürlich, ich kann nicht für jeden einzelnen sprechen). So wäre Poison Ivy aus DC definitiv eine Lichte.
Alles in allem ist Selbstlosigkeit also eine Eigenschaft, die sich bei vielen "Guten" findet und die sie charakterisiert, aber Selbstlosigkeit allein macht noch keinen gut sowie Egoismus niemanden böse macht.

Das wars erstmal mit meiner Abhandlung. Ich finde diese Diskussion einfach so interessant und spannend und das ist auch einer der Gründe, warum ich Wächter so sehr mag.

Satori is looking forward to continue watching a show today

P.S. "Gut" und "Böse" sind sowieso zwei schrecklich undefinierte Kriterien, die ich eigentlich ablehne, die aber für die Besprechung besonders von fiktionalen Charakteren und Gegebenheiten nützlich sind. Vielleicht schreibe ich auch darüber noch mal eine kleine Abhandlung.

Freitag, 27. Februar 2015

Your goodness gives me strength

Gute Charaktere sind meine liebsten. Wenn ich einen Film/Serie sehe oder ein Buch lese, dann mag ich immer die Guten am meisten. Die Helden, die sich gegen "das Böse" behaupten. Nur komme ich mir mit dieser Vorliebe ziemlich alleine vor. Im fandom und auch in den Kritiken kommen die Antagonisten durchaus besser weg. Sie sind, so die Argumentation, als Charaktere einfach interessanter und ziehen einen eher in den Bann. Gute Menschen sind eben langweilig und einfach. So liebt das fandom (und auch die Kritiker) Loki über alles und ignoriert bestenfalls Thors Existenz.

Ich bin da anders. Klar, mag ich Loki auch, aber Thor mag ich mehr, eben weil er gut und freundlich ist. Obi-Wan Kenobi ist einer meiner absoluten Lieblingscharaktere und das weil er die guten Jedi Prinzipien so voll verkörpert. Es ist wichtig für mich, dass Peter aus Heroes im Laufe der Serie seine Selbstlosigkeit und Naivität nicht verliert und dass Jim Gordon sich nicht in die Abgründe von Gotham rein ziehen lässt. Charles Xavier mit seinen friedlichen Methoden und seinem unerschütterlichen Glauben an die Menschheit ist ein Vorbild für mich.

Auch genereller sind Geschichten für mich besonders wichtig, in denen Personen entgegen allen Widerständen versuchen Licht der Dunkelheit entgegen zu setzten (die zugrundeliegende Geschichte von Star Wars und Herr der Ringe). Vielleicht ist es so, weil ich manchmal die Zeitung aufschlage und sehe, dass die Welt schlecht ist und es mir schwer fällt, an das Gute der Menschheit zu glauben.

Satori is a sucker for goodness

Sonntag, 22. Februar 2015

The price of freedom is high

Ich habe endlich wieder Captain America 2 gesehen (oder wie er aus Marketinggründen auf deutsch heißt The Return of the First Avenger). Und was soll ich sagen? Er ist auch noch beim zweiten mal gucken so spannend und emotional wie beim ersten mal.
Ich konnte sogar einige Stellen richtig aufs neue genießen, da ich von dem Film hauptsächlich noch wusste, dass die Sache mit Bucky herzzerreißend traurig ist, dass das Thema relevant und brillant ist und dass Sam Wilson ein richtig genialer Charakter ist. Also konnte ich erneut von Caps Rede im Triskelion mitgerissen werden* und sehen, wie sich die guten SHIELD-Agenten gegen die von Hydra wehren. Besonders die Szene, in der ein vor einem Computer sitzender Mitarbeiter die Helicarriers starten soll, hat mich beeindruckt. Der Start der Helicarrier würde Unheil bedeuten, alle Augen sind auf ihm, genau wie Ramlow's Waffe, die gegen seinen Kopf gepresst ist. Man sieht die Verzweiflung auf seinem Gesicht, er will die Helicarrier nicht starten, aber er will auch nicht sterben. Dann entscheidet er sich. "Nein, ich werde sie nicht starten. Befehl vom Captain." Er macht sich bereit zu sterben, ihm ist dabei bewusst, dass sie trotzdem gestartet werden, aber er weigert sich. Er ist wahrscheinlich kein Agent, nicht für solche Situationen ausgebildet und trotzdem tut er das Richtige. Das Gleiche gilt für alle SHIELD Mitarbeiter, die sich gegen Hydra stellen. Sie sind hoffnungslos unterlegen, aber nicht bereit aufzugeben.

Ach dieser Film. 

Selbst Honest Trailers sagt "Watch as Cap and two non-superheroes end up ... actually kicking a lot of ass together in a really entertaining well-directed movie. What? We had to be honest. It's good."
Was sie außerdem noch sagen ist "You weren't that impressed by his first movie. He wasn't your favorite Avenger." und "Captain America: He's cool now." Beides trifft auch auf mich zu. Der erste Cap ist einer der MCU-Filme, die ich am wenigsten mag und in Avengers fand ich die anderen einfach interessanter. Cap 2 ist jedoch nach Avengers mein Lieblings-MCU-Film. 

Satori should be writing her term paper and will soon get back to it too

 Es folgt Caps Ansprache:
* "Attention all S.H.I.E.L.D. agents, this is Steve Rogers. You're heard a lot about me over the last few days. Some of you were even ordered to hunt me down. But I think it's time to tell the truth. S.H.I.E.L.D. is not what we thought it was. It's been taken over by HYDRA. Alexander Pierce is their leader. The S.T.R.I.K.E. and Insight crew are HYDRA as well. I don't know how many more, but I know they're in the building. They could be standing right next to you. They almost have what they want. Absolute control. They shot Nick Fury. And it won't end there. If you launch those helicarriers today, HYDRA will be able to kill anyone that stands in their way. Unless we stop them. I know I'm asking a lot. But the price of freedom is high. It always has been. And it's a price I'm willing to pay. And if I'm the only one, then so be it. But I'm willing to bet I'm not."

Samstag, 7. Februar 2015

Anakin Skywalker and the evils of possessive love

Letztens habe ich mit einer Freundin, die vorher noch nie Star Wars geguckt hatte, angefangen die Teile durch zu schauen. Dabei ist mir etwas aufgefallen, ein theme oder motif, wenn man denn so will. Etwas, dass dafür sorgt, das in der ersten Trilogie die dunkle Seite triumphiert (btw wenn ich von der ersten Trilogie bzw dem ersten Film spreche, gehe ich nach fiktionaler Chronologie vor, d.h. ich beginne bei Episode I zu zählen).

Anakin hat nicht das Zeug zum Jedi, so viel ist klar. Seit ich die Jedi Padawan Reihe (übrigens sehr zu empfehlen) gelesen habe, verstehe ich etwas mehr vom Jedi Orden und deren Prinzipien. Und Anakin passt da aus den verschiedensten Gründen nicht rein. Es ist so, wie Yoda es im ersten Teil gesagt hat, er ist zu alt als er ankommt und wird die Prinzipien, nach denen Jedi leben, niemals vollkommen verinnerlichen. Aber nun zu dem, was mir aufgefallen ist. In Teil zwei, wenn Anakin sagt, dass Jedi gewissermaßen zur Liebe angehalten werden, liegt er damit grundsätzlich richtig, nur interpretiert er es falsch. Die Liebe, zu der Jedi angehalten werden ist eine Art Respekt vor lebenden Wesen und dem Leben an sich. Es ist ein Mitgefühl und ein Verständnis. Für Anakin jedoch ist Liebe immer besitzergreifend. Es fängt schon an in Teil eins und zieht sich durch seine ganze Beziehung mit Padme, bis es in Teil drei seinen traurigen Höhepunkt erreicht. (Übrigens ist es auch schon in seiner Beziehung zu seiner Mutter zu erkennen, als er die Tusken ermordet, weil sie ihm etwas genommen haben, was er geliebt hat.) Er ist eifersüchtig, wenn Padme Obi-Wan erwähnt. Er fürchtet sich so sehr davor, sie zu verlieren, dass er in Kauf nimmt, alles auf die schlimmste Weise zu verraten, woran er geglaubt hat. Und als es so scheint, als würde Padme nicht mehr ganz ihm gehören, bringt er sie fast um. Er liebt sie nicht der Liebe willen, sondern weil sie "sein" ist. Das führt schließlich zum Untergang.

Traurigerweise denken viele Leute, dass dieses gegenseitige "Besitzen" zur Liebe dazu gehört, wenn es dich eigentlich der reinen selbstlosen Liebe im Weg steht.

Satori loves Star Wars and is ridiculously excited for Episode VII

P.S. Meta über Star Wars zu schreiben, macht Spaß. Vielleicht werde ich das fortsetzen.
P.P.S. Der Jedi Orden ist der Grund, warum ich die erste Trilogie nicht ganz so absolut grauenvoll finde (obwohl sie natürlich um einiges schlechter ist, als die zweite). Ich finde den Jedi Orden, so wie er zu Yodas und Obi-Wans Zeiten existierte, einfach super interessant und kann mich mit vielen ihrer Prinzipien identifizieren.

Wie ich darauf kam einen Blog zu starten

Ich habe ein tolles Buch, das da heißt "101 Dinge, die du getan haben solltest, bevor du alt und langweilig bist" Ding Nummer 36 fällt unter die Kategorie Hobbys und heißt "Starte einen Blog". Und genau das tue ich jetzt gerade.
Viele Grüße
Satori

Das bin ich

Mein Bild
I am in my early 30s and finished my university career. My areas of study included media analysis, literary and cultural studies, linguistics, and history. I like reading, drawing, writing, movies, TV, friends, traveling, dancing and all kinds of small things that make me happy. Just trying to spread some love.